Ziele verwirklichen

Schluss mit dem Pendeln zwischen Stop & Go! Gesunde Balance im Fokus

Manchmal weiß ich nicht, wie ich mich und meinen Fortschritt bewerten kann. Kennst du das? Mal strotzt du vor Tatkraft, dann wieder scheint dein Business eher zu dümpeln. Ist es okay, jetzt zuversichtlich und abwartend zu bleiben oder müsstest du stärker Gas geben?

Entdecke deinen blinden Fleck

All unser Tun und Handeln lässt sich Polaritäten zuordnen. Wenn wir bestimmte Qualitäten besonders gut ausgeprägt haben, dann verurteilen wir meist das entgegengesetzte Phänomen, insbesondere wenn es übersteigert auftritt:

  • Empfindest du Tatkraft als wahren Segen?
  • Haderst du mit dir, wenn es mal nicht so schnell voran geht?
  • Befürchtest du (ganz klammheimlich), dass du es mit deinem Aktionismus mitunter übertreibst?

Dann liegt die Kraft in der gesunden Balance

Als proaktive Macherin lehnst du womöglich abwartende Personen als „Zauderer“ ab oder beschimpfst dich in weniger aktiven Zeiten selbst als lahm! Betrachten wir einmal die bisherigen Kompetenzen in der direkten Gegenüberstellung:

Zaudern ←  → Tatkraft

Stimmt das so? Wie wäre es, wenn du dich weiterentwickeln könntest, ohne dich zu verausgaben noch zu versumpfen? Wenn du deinen Weg finden könntest, ohne an dir zu zweifeln und werden zu müssen wie dein verhasstes Gegenüber?

  • Durch die Ablehnung des Gegenpols übersiehst du leicht den gesunden Ausgleich zur eigenen Stärke, denn Zaudern wirkt ja wenig attraktiv.
  • Doch in abgeschwächter Form versteckt sich ein erfolgsversprechender Ausgleich: In unserem Beispiel ist Geduld der blinder Fleck des Aktivisten.

Das lässt sich wunderbar anhand einer Matrix darstellen, wozu mich das Werte-Quadrat von Friedemann Schulz von Thun inspiriert hat.

  • In der Mitte liegen die gesunden, hilfreichen Ausprägungen zweier Kompetenz-Pole.
  • In den grau schraffierten Arealen finden sich übertriebene Aspekte dieser Kompetenzen.

Balance-Modell-1

Neigst du zu Überaktivität? Dann finde deine Mitte!

Entwicklung klappt dann besonders gut, wenn es dir gelingt, beide Qualitäten zu integrieren: Geduld und Tatkraft! Erobere dir also deinen blinden Fleck zurück! Du musst nicht zaghaft und zaudernd werden.

Es reicht, wenn du hin und wieder mehr Geduld beweist – und Dingen ihren Lauf lässt.

Bedenke, dass innere Klärung Zeit benötigt, die du durch Überaktivität nicht verkürzen kannst. Vertraue ruhig mehr darauf, dass bereits angestoßene Prozesse weiter wirken. Unterstützen kannst du deine Veränderung durch eine Zielformulierung. Die Idee für ein neues Entwicklungsmotto wäre beispielsweise:

„Ich kann aktiv und geduldig sein, beides zu seiner Zeit.“

Du wirst nach und nach ein besseres Gespür dafür entwickeln, wann du pausieren darfst, um Dinge geschehen zu lassen, und wann es wieder an der Zeit ist zu handeln!

In Extremen gefangen? Wenn Vorsicht zur Falle wird

Wenn wir hingegen im Zaudern feststecken, suchen wir mitunter per Hauruck-Verfahren Befreiung – und treiben uns richtig stark an! Der Wechsel ins andere Extrem führt jedoch selten zu tragfähigen Ergebnissen.

So schwanken manche eine Zeit lang zwischen Passivität und Überaktivität hin und her – und kommen dennoch nicht recht vorwärts.

Womöglich lehnst du „Getriebene“ so sehr ab, dass du im Abwarten steckenbleibst. Nur, um bloß nicht zu werden wie diese Workoholics? Der gesunde Weg liegt wiederum in der Mitte! Die Idee für ein neues Entwicklungsmotto wäre beispielsweise:

„Ich kann abwarten, wenn Dinge noch nicht reif sind – und Tatkraft beweisen!“

Balance-Modell-2

 

Diese Leitlinien verhelfen dir zu deiner gesunden Mitte

Um deinem blinden Fleck und Entwicklungspotenzial auf die Schliche zu kommen, erkläre ich dir den Ablauf nun ganz im Detail. Du kannst an einem beliebigen Punkt mit den Fragen starten oder alternativ den oben visualisierten Abläufen folgen. Vielen fällt beispielsweise der Einstieg beim verhassten Gegenpol am leichtesten, denn den können wir meist adhoc benennen.

Vorab noch ein Hinweis: Spiele ruhig mit den Worten, die dir zu den Fragen einfallen. Meist packt dich eine ganz spezifische Formulierung:

  • Den einen nerven Transusen, den anderen Faule!
  • Du sprichst von lahm, doch dein Partner erlebt sich als tiefenentspannt.

Schritt 1 – Identifiziere deine Kernkompetenz!

Hierfür hast du drei Fragen zur Auswahl:

  • Was kannst du besonders gut?
  • Auf welche deiner Eigenschaften bist du besonders stolz?
  • Was ist dir besonders wichtig?

Deine Kernkompetenz ist deine gesunde Stärke: Darauf kannst du dich verlassen und so erlebst du dich als DU! Trage diese Kompetenz in das Feld deiner gesunden Stärke ein!

Schritt 2 – Prüfe, ob du es bereits übertreibst!

Hab acht bei Übersteigerung: Hier läufst du Gefahr, dich zu verausgaben! So kommst du einer Übersteigerung auf die Schliche:

  • Weitet sich deine Fähigkeit bereits zur Falle aus?
  • Was tust oder lässt du bereits wie unter Zwang?
  • Fühlst du dich frei, dich anders zu verhalten?
  • Worin möchten dich andere gerne bremsen oder antreiben?

Wenn uns eine Eigenschaft besonders wichtig ist, dann rutschen wir leicht ins Extrem. Vielleicht lässt du andere sehr lange die Konditionen eines Auftrages bestimmen (weil du diesem Kunden ja so dankbar bist), bevor du den Mut fasst, deine Grenzen und Wünsche einzubringen und zu verteidigen.

Dann bezeichnen dich deine Freunde vielleicht längst als „übervorsichtig“ oder „duldsam“, während du dich fragst, wieso man dir nicht mehr Respekt entgegen bringt.

Trage diese Eigenschaft in den übersteigerten Pol neben deiner gesunden Stärke!

Schritt 3 – Nutze deine Abneigung als Wegweiser

Achte einmal darauf, welche Eigenschaften anderer bei dir Ablehnung auslösen. Hier sagst du innerlich meistens: So möchte ich niemals werden!

  • Welches Verhalten nervt dich bei anderen besonders?
  • Wie möchtest du niemals sein (oder werden)?
  • Worüber kannst du dich ewig aufregen, weil es einfach nicht zu dir und deiner Art zu handeln passt?

Trage diese Eigenschaft in den übersteigerten Pol dir gegenüber ein. Dies ist die Zerrform einer Kompetenz, die du ablehnst: Gruselfaktor inklusive! Jetzt gilt es die versteckte Stärke darin zu entdecken.

Schritt 4 – Enthülle deinen blinden Fleck

Dabei kann es hilfreich sein, Freunde und Bekannte um Unterstützung zu bitten, denn unsere Ablehnung verstellt uns leicht die Sicht auf die attraktiven Eigenschaften des Gegenpols!

  • Was wäre die abgemilderte Form von dem, was du ablehnst?
  • Alternativ: Worin liegt das gesunde Gegenstück zu deiner Stärke?

Diese Eigenschaften hast du noch nicht so stark ausgeprägt – und sie fehlen dir für ein wirklich freies Handeln aus deiner Mitte heraus. Nimm dir die Zeit, wirklich so lange zu suchen, bis du positiv besetzte Begriffe für dich gefunden hast.

Wenn Geduld dich eher langweilt, suche nach Alternativen: Dinge geschehen lassen, anderen Raum geben, abwarten können, dich beschenken lassen, gelassen bleiben, andere agieren lassen, säen und gedeihen lassen etc.

Schritt 5 – Formuliere abschließend dein ganz persönliches Entwicklungsmotto!

Indem du die gesunde Kompetenz im verhassten Gegenpol entdeckst, hast du Zugang zu einer neuen Freiheit! Damit findest du einen prima Ausgleich und erweiterst dein Handlungsspektrum:

Du kannst deine Stärken leben ODER die gesunde Alternative!

Um dein Entwicklungsmotto zu formulieren, fügst du deine Kernkompetenz und die ausgleichende Komponente zusammen, so dass du frei wirst, zwischen beiden zu wählen.

Betrachte stets beide Seiten einer Medaille!

In diesem Sinne… Gutes Vorwärtskommen ganz in deinem Tempo!

Deine Silke

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Silke Nuthmann

Ich bin als systemischer Coach und Texterin unterwegs in Sachen Potenzialentwicklung. Mein Business in Kurzfassung: Impulse bieten, wie du stressfrei und gelöst deine Ziele verwirklichst. Dabei schlägt mein Herz für Introvertierte, damit deine Ideen immer genug Gehör bzw. Kunden finden.
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Über Silke Nuthmann

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