Ziele verwirklichen

Lebensträume verwirklichen! Was mich das Schreiben meines ersten Buches gelehrt hat

Ich blogge wieder, wenn das Neue in der Welt ist, kündigte ich Anfang Februar an. Seither sind mehr als ein paar Wochen vergangen … Hilfe, wo soll ich bloß anfangen?

Fangen wir hinten an … Mittlerweile habe ich mein erstes Buch geschrieben. Wie cool, ich bin Autorin! Ende August wird es im Buchhandel erscheinen – und du kannst es kaufen, wenn du dich mit dem Small-Talk-Muffel in dir aussöhnen willst, den viele Introvertierte kennen. Aber das ist heute nicht mein Thema, ein anderes Mal mehr davon …

Heute teile ich mit dir meine wichtigsten fünf Erkenntnisse, die ich aus der Zeit des Schreibens – und damit der Erfüllung eines Lebenstraumes – mitnehme.

1 – Aller Anfang ist schwer, bis du dich entscheidest

Es gibt eine Zeit des Haderns, eine Zeit des Planens – und eine Zeit der Umsetzung. Der Unterschied liegt vor allem in deiner Entschiedenheit.

Bei mir war das so: Ich wollte schon immer ein Buch schreiben, traute mich aber nicht so recht an Verlage ran. Es hieß doch, dass sei sehr schwierig. Ewig blieb ich in den Vorarbeiten stecken. Dann wurde ich einem Verlag empfohlen, welch ein Geschenk!

Beim Thema – Smalltalk für Introvertierte – wusste ich sofort, dass ich genug Wissen hatte, um daraus eine runde Sache zu machen. Und dass dies meine Chance war, den Traum vom Schreiben zu verwirklichen.

Die Vielfältigkeit des Themas reizte mich, denn hier konnte ich aus diversen Interessen schöpfen und mein Wissen auf diese besondere Nische übertragen. Zugleich kannte ich etliche Bücher über Small Talk, die den Aspekt der Abneigung völlig außer Acht lassen. Hier konnte ich noch Pionierarbeit leisten – und einen echten Mehrwert schaffen. Wunderbar!

Das Buch-Projekt erfüllte somit vier Kriterien: Es baute auf meinen Erfahrungen auf, forderte mich positiv heraus, erschien mir machbar und deckte sich mit meine Werten! Eine geniale Kombination für mich, um zur Entschiedenheit zu finden.

Sich zu committen fällt vielen von uns schwer

Was hält uns davon ab, uns einer Sache ganz zu verschreiben, selbst wenn es Herzenswünschen entspricht? Oft hapert es am Vertrauen, dass die Investition in unser Handeln lohnt. Ohne dieses Zutrauen kannst du im Hadern hängen bleiben – und Eventualitäten ewig hin und her schieben.

Das Problem dabei ist, dass das selten etwas löst. Die Frage ist eher, worauf du wartest! Fehlt dir eine Vorstellung davon, dass es glücken kann? Um einen tragfähigen Entschluss zu fassen, suchen wir häufig nach diesem inneren Gefühl von Sicherheit. Dieses erspüren wir im Denken, im Körper, durch eine Stimmung oder das Wissen um dein GO ist einfach plötzlich da und richtet dich innerlich auf.

Beachte, dass wir an einem bestimmten Punkt in unserer heutigen Welt gar nicht mehr sicher sein können, dass alles plan- und machbar ist. Viel zu viele Unwägbarkeiten! Was wäre, wenn du trotzdem startest? Triff doch zunächst eine Entscheidung zu starten. Dann machst du erste Schritte mit Entschiedenheit – und kannst nach einer kurzen Phase des Tuns neu auswerten und dein Vorgehen anpassen.

Fragen, die deine Entschiedenheit voranbringen:

  • Woran erkennst du normalerweise deine Entschiedenheit?
  • Was brauchst du, um sie zu fördern?
  • Was bräuchtest du, um dich JETZT sofort zu entscheiden?

2 – Freiräume bereitstellen

Neues kann nur dann in unser Leben einziehen, wenn wir ihm Zeiten bereitstellen. Wenn deine Woche bereits überfüllt ist, hat das Neue wenig Chance.

Ich hatte mit Freiräumen Pech und Glück zugleich. Denn ich fürchtete schon, die anvisierte Veröffentlichung im Herbst 2017 verabschieden zu müssen, weil ich anfangs zu stark anderweitig eingebunden war und den Einstieg nicht kriegte. Da machte mir der Verlag das Angebot, deutlich später abzugeben.

Hurra, jetzt war die geplante Zeit zwar immer noch sportlich, aber anspornend – und ich trug meinen Teil dazu bei, Zeiten fürs konzentrierte Arbeiten zu reservieren. Komplett terminfreie Schreibtage waren mir am liebsten, gern auch am Wochenende oder feiertags. Dann konnte ich frei entscheiden, wann mir nach Schreiben, Pausen, E-Mails oder Nachdenken war.

Hast du Zeit für die nötige Taten?

Wenn du eine Änderung ersehnst oder gar mutig den Schritt zur Verwirklichung eines Lebenstraums gehen willst, dann überprüfe einmal, wie viel Zeit du zur Verfügung hast. Überdenke deine Prioritäten und frag dich, womit du dir Freiräume erobern kannst.

Denke ein wenig um die Ecke: Könntest du … Aufträge (oder Teilaufgaben) ablehnen? … Putzen oder Bügeln auslagern oder auch nur deine Intervalle ausweiten? … die Familie stärker in den Haushalt einbinden? … vorübergehend auf Freizeitaktivitäten wie Sport, Kneipenabende oder deinen geliebten Leseabend verzichten? … früher aufstehen oder später ins Bett gehen?

Oft haben wir im Kopf, dass ein großes Projekt  v i e l  Zeit erfordert. Mir fiel auf, dass ich selten länger als zwei bis vier Stunden am Tag geschrieben habe. Du brauchst also vermutlich keine riesigen Zeiträume freischaufeln oder gleich einen Sonderurlaub einlegen.

Vielfach schaffen wir sogar gerade am Anfang mehr, wenn wir ganz viele kleine Schritte vollziehen, die sich nach und nach summieren können. Kleine Intervalle integrieren sich leichter in dein bisheriges Leben, ohne es gleich komplett umzuwälzen. Das minimiert unsere Ängste und lässt uns viel leichter erste Fortschritte erzielen.

Diese Fragen erweitern deinen Freiraum:

  • Wie viel Freiraum kannst du für das Verwirklichen schaffen?
  • Was darf (vorübergehend) Platz machen?
  • Wie sieht dein idealer Arbeitsrhythmus aus?

3 – Schritt für Schritt vorgehen

Rom wurde nicht an einem Tag erbaut! Und so darf auch deine ersehnte Veränderung sukzessive in dein Leben einziehen.

Mein Exposee gab mir eine gute Gliederung vor. Meine Lektorin hatte es sehr wohlwollend kommentiert – und mich auf Änderungen im Schreibprozess schon vorbereitet. Tatsächlich war mir dieses Konzept eine unendliche Unterstützung, denn ich habe mich von Kapitel zu Kapitel daran entlang gehangelt.

Und im Notfallkapitel angefangen, um mich mit kleinen Tipps erst einmal warm zu schreiben. Auch danach erlaubte ich mir, immer an den Themen weiter zu schreiben, womit ich mich als nächstes beschäftigen wollte.

Mach es dir leicht! Immer, wenn es schwierig wird

Erlaube dir, erst einmal Dinge zu tun, die dir leicht fallen oder besonders Spaß machen, insbesondere am Start oder wenn du unterwegs unter Druck gerätst. Damit kommst du schneller wieder rein und spürst rascher deine Fortschritte.

Das stärkt, um auch schwierigere Etappen souverän zu meistern. Beiß dich bloß nicht an zähen Stellen fest! Lass dein Werk lieber einige Zeit ruhen, bis du mit neutralem Blick neu drauf schauen – und wieder Lösungen erkennen kannst.

Fragen für einen leichten Weg:

  • Wie fällt dir der Einstieg leicht?
  • Was kannst du tun, wenn du hängst?
  • Was rät dir deine Neugier?

4 – Stagnation erwarten

Kaum einer arbeitet konstant im gleichen Takt an seinem Ziel. Viel wahrscheinlicher ist ein Auf und Ab an Engagement und verwertbaren Ergebnissen.

Die Sache mit dem Tempo ist durchaus heikel. Erst versank ich voll im Flow und schrieb innerhalb von wenigen Tagen fast ein Viertel des Buches runter. Wenn das so weiterginge, wäre ich ruck zuck fertig, dachte ich mir.

Das verschreckte mich allerdings so stark, dass mein Run auch schon beendet war. Ich kämpfte alsbald mit einer klassischen Schreibblockade. Irgendwann stellte ich fest, dass es viel leichter war, über meine Probleme zu sprechen als über den grandiosen Start zuvor.

Hier holte mich meine schulische Vergangenheit ein, mit der Befürchtung erneut als Überfliegerin ausgegrenzt zu werden. Damit konnte ich die alte Erfahrung relativieren und entschied, meine Fortschritte mehr für mich zu behalten, um mich weniger fremden Kommentaren auszusetzen.

Es gab weiterhin Tage, an denen ich kaum schrieb, doch insgesamt fand ich zu einem genial guten Rhythmus. Auch reine Denktage schienen nötig, um danach wieder voller Flow zu schreiben. Das tolle Feedback meiner Lektorin hielt mich motiviert, und das Schreiben hat mir insgesamt riesig Freude gemacht.

Ein „Stop & Go“ ist kein Problem, wenn du einen Traum verwirklichst

Mach jetzt bloß nicht den Fehler und wirf dir dein unstetes Vorankommen vor. Das macht es nur noch schlimmer. Oft zeigen sich in Hürden alte Themen, die neu betrachtet werden wollen, oder du musst dir eine komplett neue Arbeitsweise aneignen. Vielleicht gilt es Hilfe anzunehmen oder Ratschläge von falscher Seite auszublenden. Sei achtsam, womit du dir selbst im Wege stehst – und wie du deine Fortschritte fördern kannst.

Fragen für dein optimales Timing

  • Was entspricht deinem idealen Tempo?
  • Wodurch gerätst du aus dem Takt?
  • Wie füllst du attraktive Pausen?

5 – Inneren Prozessen Zeit einräumen

Wenn wir Neues wagen, wirft das unseren alten Lebensentwurf (in Teilen) über den Haufen. Oder erweitert ihn um ein paar kluge Aspekte. Doch inneres Wachstum braucht Zeit und Raum.

Von der Leichtigkeit meiner Fortschritte habe ich dir ja bereits berichtet. Anders als in meiner Schulzeit machte ich nun die Erfahrung, dass meine Schnelligkeit begrüßt wurde, denn der Verlag freute sich riesig, dass das Buch endlich erscheinen kann. Unter Freunden und Bekannten mochte ich damit aber nicht angeben.

Erschreckend hartnäckig hielten sich alte Vorstellungen von mir, dass „gut sein“ gefährlich und Understatement eine scheinbar „kluge“ Alternative sei. Gern blende ich aus, was ich alles auf dem Kasten habe. Doch beim Schreiben wurde mir selbst bewusst, wie viel Expertise ich ad hoc abrufen kann. Das darf sich gern noch stärker in mir verankern!

Wachse über dich hinaus

Alte gespeicherte Erfahrungen zu relativieren, ist die heilsame Zugabe beim Verwirklichen von Lebensträumen. Dennoch greifen wir zunächst unbewusst zu alten (oft kindlichen) Überlebens-Mechanismen: Chaos verbreiten oder penibel werden, Aufmerksamkeit ziehen oder unsichtbar machen, in einer Sache auf- oder untergehen …

Jeder von uns hat sich früh Strategien zurecht gelegt, um Schwierigkeiten durchzustehen. Oft dienen uns diese alten Muster nicht mehr, sondern sabotieren nun Erfolge. Doch es wäre albern zu denken, dass wir das Neue in der gleichen Souveränität erledigen, wie Schuhe zu binden oder unser Handy zu bedienen.

Mach dir bewusst, womit du dich bremst, und räume dem Umlernen Zeit ein. So durchläufst du einen Reifungsprozess, bei dem du hinderliche Mechanismen durch tatsächlich klügere ersetzen kannst.

Diese Fragen erweitern deinen Horizont:

  • Welches Verhalten sabotiert dein Ziel?
  • Was gilt es zu verabschieden?
  • Welche Haltung, Menschen und Verhaltensweisen unterstützen dich jetzt?

Nach dem Traum ist vor dem Traum …

Dies ist der erste Blog seit langem und ich weiß noch nicht ganz, wie es weitergehen wird hier im Blog. Nach dem Traum ist vor dem Traum … Das hört man von „Häuslebauern“, dass der Einzug irgendwann vollzogen ist und man feststellt, dass einem ein cooles Projekt verloren gegangen ist.

Ich bin stolz und traurig zugleich, denn mir fehlt der Flow des Schreibens. Aber einfach das nächste anhängen? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Ich brauche Zeit, um neue Träume zu spinnen.

Derweil wünsche ich dir viel Elan und Drive, deiner Sehnsucht zu folgen und nicht unnötig lange zu warten, bis du relevante Schritte zu ihrer Erfüllung unternimmst.

Ich freue mich über deinen Kommentar oder ergänzende Tipps, was dir hilft, um deine Lebensträume zu verwirklichen. Schreib mir von deinen Erfahrungen!

Deine Silke


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