Ziele verwirklichen

Dein Anlass ist nicht der wahre Grund deiner Suche

Will man Coaching beschreiben, verliert man sich leicht in Beliebigkeit. Coaches helfen Probleme lösen oder Ziele verwirklichen. Ganz schön vage, was?

Um der Beliebigkeit zu entgehen, entstehen aktuell immer mehr Coachingprogramme oder spitz positionierte Berater, die sich auf EINE Systematik oder EIN ganz bestimmtes Problem- oder Lösungsspektrum spezialisieren.

Das übersieht aber ein eklatantes (inneres) Drama, denn vielfach wissen wir zu Beginn einer Suche/eines Coachings noch gar nicht, worum es uns genau geht. Dazu ein paar erhellende Beispiele aus meiner Arbeitspraxis.

Drei Anlässe und was tatsächlich dahinter steckte

1 – Vom Text-Tuning zur Neu-Positionierung

Nehmen wir als erstes Beispiel einen meiner Text-Aufträge, als ich einem Kollegen das Formulieren seiner Website abnahm. Was zunächst wie ein einfacher Auftrag anmutete, wandelte sich schnell zu einer kompletten Re-Positionierung – mit deutlich verändertem Zeitaufwand.

Texte, insbesondere die, die für die Öffentlichkeit gedacht sind, fordern so etwas geradezu heraus. Denn ein Text legt dich auf das fest, was du dort äußerst – und wirft dich auf all die offenen Fragen zurück, wie, womit und ob du dich wirklich so darstellen willst.

Unsere Zusammenarbeit bot meinem Kollegen Unterstützung bei den offenen Fragen seiner Kernkompetenzen, seiner idealen Kunden und seiner Angebote. Die gewünschten Texte wurden dabei fast zum Nebenprodukt.

2 – Vom Akquise-Coaching zur optimierten Work-Life-Balance

Mein zweites Beispiel stammt aus einem Einzelcoaching mit einer Solo-Unternehmerin. Engagiert und sehr leistungsorientiert ging sie ans Werk. Was sie sich vornahm, das klappte in der Regel gut und sie konnte auf erste Erfolge seit ihrer Gründung zurückblicken.

Nur mit der Akquise, da haperte es und sie schob wichtige Anrufe und Kontakte quälend lange vor sich her. Im Coaching initiierte ich einen inneren Dialog mit dem bremsenden Teil in ihr. Die Antwort war verblüffend einfach und unerwartet: „Wenn dir die Akquise auch noch gelingen würde, kriegen wir dich gar nicht mehr gebremst“.

Ihre Akquise-Probleme hatten also gar nichts mit falscher Technik oder Ängsten zu tun, sondern mit ihrer Neigung, sich zu sehr zu verausgaben.

Wir sprachen dann über Pausen, Sport, Freunde und Kino – simple Freizeitaktivitäten, die in den letzten Monaten vollkommen zu kurz gekommen waren. „So einfach kann es sein?“, fragte sie im Gehen. „Ja, so einfach kann es sein!“, schmunzelte ich.*

* Mit mehr Freiraum für sich bekam sie ihr Akquise-Problem später mit einer sehr pfiffigen Idee in den Griff: Sie stellte Handelsvertreter ein statt alles weiter selbst zu machen.

3 – Vom Smalltalk-Muffel zur Karriereleiter

Mein drittes Beispiel stammt aus einem Kommunikationstraining mit Schwerpunkt auf Smalltalk. Da ich neugierig war, ob meine Teilnehmer tatsächlich nicht wussten, wie es geht oder es schlichtweg nicht besonders gern taten, hatte ich eine längere Zielfindung eingeplant.

Small Talk zu lernen ist das eine, es tatsächlich regelmäßig zu tun, wenn man es gar nicht mag, etwas anderes. Ein Teilnehmer wurde ganz munter, als ich ihn fragte, was ihm sein Ziel denn ermöglichen solle. Bei dieser Frage kam ein Wunsch zutage, die richtigen Leute zu treffen, die ihn für ein neues spannendes Projekt vorschlugen.

Bisher hatte sich das in seiner beruflichen Laufbahn immer irgendwie ergeben. Jetzt wollte er sich beruflich verändern und wusste nicht, wie. Damit verwechselt er aber Ziel und Maßnahme. Nicht der Smalltalk steht im Mittelpunkt, sondern sein Wunsch nach beruflicher Veränderung. Statt Smalltalk zu ertragen fallen dir sicher noch ein paar lohnende Maßnahmen ein, um die eigene Karriere zu fördern, oder?

Dein Anlass ist ein Türöffner …hin zu dem, was in dir transformiert sein will

Hätte es bei den obigen Beispielen die Aufhänger „Website-Texte“, „Akquise-Coaching“ oder „Smalltalk-Seminar“ nicht gegeben, hätten meine Kunden womöglich noch länger gesucht ohne fündig zu werden. Wir brauchen einen ersten Aufhänger, bei dem wir andocken können.*

* Wenn aber im Akquise-Coaching tatsächlich nur über Akquise gesprochen wird, ginge das am wahren Bedürfnis einiger Kunden/innen schlichtweg vorbei.

Tatsächlich können wir im Vorfeld oft nicht benennen, was es braucht, um eine Lösung zu finden. Genau deshalb lernen wir Coaches in langjährigen Ausbildungen und viel Selbsterfahrung, wie wir Zugänge zu Lösungen finden und wie Selbstwirksamkeit (neu) gelingt.

Was Coaching leisten kann

Es hilft einem Suchenden herauszufinden, woran es gerade hakt und was es braucht, …um die eigene Fährte wieder aufzunehmen!

Das ist jetzt etwas blumig, aber dennoch sehr wahr für mich.

Wenn ich ein Patentrezept hätte, mit dem sich 100 Probleme auf garantiert gleiche Weise lösen ließen, ich würde dieses Feld Kollegen überlassen! Um mich denen zu widmen, die mich und meine Lösungskompetenz herausfordern, zu eigenen Aha-Ergebnissen kommen wollen und für alle Beteiligten stimmige Ergebnisse zeitigen.

Wie siehst du das?

Ich bin neugierig auf deine Meinung dazu!

Deine Silke

Mein methodisches Fazit

Einzelcoaching und Coaching-Programme erfüllen ihre ganz eigenen Zwecke. Das eine kann das andere nicht ersetzen, höchstens bereichern!

Folg mir:

Silke Nuthmann

Ich bin als systemischer Coach und Texterin unterwegs in Sachen Potenzialentwicklung. Mein Business in Kurzfassung: Impulse bieten, wie du stressfrei und gelöst deine Ziele verwirklichst. Dabei schlägt mein Herz für Introvertierte, damit deine Ideen immer genug Gehör bzw. Kunden finden.
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Über Silke Nuthmann

Ich bin als systemischer Coach und Texterin unterwegs in Sachen Potenzialentwicklung. Mein Business in Kurzfassung: Impulse bieten, wie du stressfrei und gelöst deine Ziele verwirklichst. Dabei schlägt mein Herz für Introvertierte, damit deine Ideen immer genug Gehör bzw. Kunden finden.
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