Ziele verwirklichen

In Siebenmeilenstiefeln zum Ziel

Manchmal muss Planung und Umsetzung ganz schnell gehen. Hier 7 Instant-Tipps, wenn Sie Ihre Siebenmeilenstiefel anziehen, um Aufgaben, Ziele oder Projekte zu realisieren.

 1   Prüfen Sie Ihre Einstellung

Wie stehen Sie zu der Sache? Positionieren Sie sich auf folgenden Skalen:

  • Spaßfaktor: Unlust < ——————— > Lust
  • Kompetenz: Neuling < ——————— > Profi
  • Zeit: minimal < ——————— > optimal

2   Prüfen Sie Ihre Erfahrungswerte

Haben Sie so ein Vorhaben jemals realisiert? Antworten Sie ehrlich – gedanklich reicht vollkommen:

  • Erfahrung vorhanden? Ja/nein
  • Wenn nein: Kenne ich wen mit Erfahrung? Wen?
  • Fragen Sie sich oder den anderen: Was ist schief gegangen? Was ist geglückt? Worin lag die größte Chance bzw. Gefahr?

 3   Wundern Sie sich nicht, ABER…

Vergessen Sie Einstellung und Erfahrungswerte! Ob Neuling oder Profi, viel oder wenig Zeit – ausschlaggebend für Ihren jetzigen Erfolg ist nur, wie engagiert Sie JETZT zur Sache gehen. Oft stehen uns Fachwissen oder Vorerfahrungen sogar erschreckend hemmend im Weg.

Mit 22 Jahren organisierte ich ein Filmfestival, zusammen mit zwei anderen Neulingen in der Eventorganisation. Es gab Kurzfilme zu sichten, ein Programm zu veröffentlichen, eine Jury zu betreuen, Pressekontakte zu pflegen, Filmemacher zu Gast und einen Publikumspreis.

Wir waren mit Herzblut und einem amüsant anmutendem Learning-by-doing-Eifer dabei: Ich erinnere mich noch lebhaft an Rundbriefe, die wir im Nachhinein mit Zusatzzetteln anreicherten, weil uns wichtige Fragen erst später einfielen.

Doch es hat alles bestens geklappt – ein Projekt, dessen Größe ich mir in der Kürze der Zeit kaum mehr zutrauen würde, weil mir mein Wissen und meine Qualitätsansprüche heute eher „unrealisierbar“ zuflüstern würden.

Meiden Sie die warnenden Stimmen von sogenannten Kennern. Jede Situation birgt ihre eigene Chancen und Risiken!

Einige der größten Business-Erfolge erzielten Leute, die ihre Geschäftsidee entgegen der Expertenmeinung wagten und durchzogen, wie der dm-Gründer Götz Werner noch schmunzelnd von seiner Startup-Phase erzählt.

Wirklich blauäugig starten die wenigsten, eher verpassen viele ängstlich den Aufbruch und begraben vorzeitig Chancen und Gelegenheiten. Also, egal wie Sie sich bislang eingeschätzt haben: Gehen Sie zurück auf Start – und legen Sie frohen Mutes los!

4   Schauen Sie zum Ziel voraus

Wo soll es denn hingehen? Um diese Frage kommen Sie nicht herum. Zählen Sie alle Details auf, woran Sie Ihren Zielzustand erkennen!

Wollen Sie beispielsweise eine Betriebsfeier organisieren, gehört dazu vielleicht: Kuchen, Kerzen, Catering, DJ, Tanzfläche, Give-aways, Spiele für drinnen und draußen, eine Tombola voller Hauptgewinne, blinkende Dekoration, Einladungskarten mit Aha-Effekt und vieles mehr.

Gehen Sie ruhig ins Detail, ohne bereits auf die Realisierbarkeit Ihrer Ideen zu achten. Noch zählt Masse statt Klasse, denn Sie befinden sich in der Entwurfsphase.

Rufen Sie ein Motto aus: Die ungewöhnlichste Betriebsfeier aller Zeiten! Dann brauchen Sie noch ein paar überraschende Highlights, vielleicht der Besuch eines Klettergartens, Zirkusartisten zu Gast oder ein abteilungsübergreifender Jonglierwettbewerb.

Sie können auch einen projektinternen Werbeslogan testen: „Elefanten leben länger – im Verbund weiß man mehr!“ Mit diesem Zielbild fragen Sie sich nicht nur, wie Ihre Betriebsfeier wohl aussehen könnte, sondern auch, was sie mit Elefanten, Langlebigkeit, Weisheit und Herde zu tun hat.

Hierzu fallen mir spontan neue Ideen ein, etwa:

  • Dickhäuter-Imprägnierschutz: Sammelstelle für stressenden Unrat
  • Sonderprämien für Mitarbeiter mit der niedrigsten Krankheitsquote
  • Weisheitsecken mit Märchenerzählern oder
  • Teamrituale mit Friedenspfeife

Insbesondere mit Motto und Slogan reizen Sie Ihr Hirn, neue Einfälle zu produzieren: Schöpfen Sie ganz aus dem Vollen und erlauben Sie sich ruhig ein paar visionäre Spinnereien. Verschieben Sie den kritischen Machbarkeits-Check vorerst vertrauensvoll auf den nächsten Schritt.

5   Stutzen Sie Ihre Vision biss-gerecht zurecht

Jetzt gilt es, die Vision vom Durchführbaren zu trennen. Nicht jeder Mitarbeiter wird bei einer Tombola tolle Preise mit heim nehmen, aber vielleicht lassen sich für drei bis zehn Hauptpreise Sponsoren finden.

Und beim Catering wird es vielleicht doch Fingerfood statt Haute Cuisine. Wenn Sie zuvor mit Listen gearbeitet haben, können Sie Ihr gesamtes Ideen-Buffet jetzt leicht in biss-gerechte Stücke teilen:

b = Basisanforderung = Einladung per E-Mail
i = Idealversion =  Einladung mit Post
ss = Sahnehäubchen der Sonderklasse = Post mit Pop-up-Elefanten

b = Basisanforderung

Legen Sie zunächst Ihre Mindestausstattung fest, egal ob es sich um eine kleine Aufgabe oder ein größeres Projekt handelt. Welcher Minimal-Aufwand verdient den Haken mit »erledigt« darunter? Damit stellen Sie sicher, dass Sie alle essentiellen Parameter zur Zielerreichung beisammen haben. Das ist speziell in Teams ungemein erhellend, weil jeder womöglich andere Vorstellungen von »FERTIG!« beiträgt.

i = Idealversion

Danach stellen Sie Ihre Idealversion zusammen! Bleiben Sie im Rahmen des Möglichen: zeitlich, finanziell, wie auch personell! Bei etwaigen Problemen erhalten Sie durch Weglassen von entbehrlichen Komponenten dann zusätzlichen Puffer: eben eine (teilweise) Reduktion auf die Basisversion!

ss = Sahnehäubchen der Sonderklasse [häufig unrealisierbar]

Wählen Sie darüber hinaus ruhig eine verrückte Idee aus, die Sie besonders anspricht, auch wenn Sie ad hoc noch keine Chance zur Realisierung sehen. Diese darf Sie sozusagen als Joker oder Anker für Ihre ganz große Vision begleiten, vielleicht ergeben sich unterwegs noch unerwartete Möglichkeiten.

6   Legen Sie den Weg rückwärts zurück

Stellen Sie sich vor, Ihr Ziel sei erreicht! Was sehen, hören und erleben Sie? Betrachten Sie die Ergebnisse Ihrer Arbeit in allen Facetten.

Planen Sie nun am besten rückwärts! Dazu stellen Sie sich etwa den Tag der Betriebsfeier lebhaft vor und notieren alle Schritte, die Sie davor unternommen haben, um dieses Ergebnis zu ermöglichen. Da sehen Sie vielleicht Blumen auf den Tischen und Kerzen in kleinen Lampions… Notieren Sie:

  • Blumen auf dem Markt besorgen – WANN? Taggleich | durch wen? persönlich
  • alternativ: Blumen anliefern lassen – WANN? Taggleich | durch wen? ortsansässiger Florist, Bestelloption: Dienstag beim Treffen auf dem Stammtisch à Entscheidung für Alternative: Anliefern lassen!
  • Lampions bestellen – WANN? Letzte Frist f. Liefereingang: 2 Tage vorher | Lieferzeit – WIE LANGE? ca. 3-5 Werktage | Letzter Termin für Bestellung – WANN? 1 Woche vorher | Recherche & Auswahl – WANN & WIE LANGE? ca. 1,5 Wochen vorher, ca. 1 Stunde lang

Sie erkennen, dass sich beim rückwärtigen Planen ein Schritt logisch vor den nächsten fügt, indem Sie sich stets fragen, WANN der letzte Ausführungstag für diesen Teilschritt wäre und einschätzen, WIE LANGE Sie für die Durchführung wohl benötigen.

Berücksichten Sie ausreichend Pufferzeiten, insbesondere wenn andere bei der Durchführung/Lieferung beteiligt sind. Vielen hilft eine Visualisierung auf einem Zeitstrahl.

X < ————————| << ———————| <<< ———————Ziel
Heute                         2Wo vorher            1Wo vorher

7   Machen Sie sofort den allerersten Schritt

Alles bis ins Detail geplant? Klasse! Womit werden Sie starten? Was steht als allererstes an? Tun Sie SOFORT etwas, um die Umsetzung Ihrer Aufgabe anzustoßen – und wenn der Schritt noch so klein und nichtig erscheint.

Vielleicht schreiben Sie den Erstentwurf der Einladungskarte oder eine Mail an Ihren Vorgesetzten mit der Bitte um Budget-Freigabe? Selbst wenn Ihr erster Schritt nur ein symbolischer ist, so signalisieren Sie sich damit bewusst den Beginn dieses Projekts.

Alle weiteren Schritte kennen Sie ja bereits und haben mit dem Vorwegnehmen eines idealen Ergebnisses und Ausweichoptionen nach unten oder oben genügend Flexibilität, um es im Eiltempo umzusetzen.

Ganz schön kompliziert? Wenn Ihnen diese Erläuterungen umständlich vorkommen, dann möchte ich auf Ergebnisse von Projektgruppen verweisen, die bei längerer Planung deutlich kürzer für die Umsetzung einer Aufgabe benötigen als diejenigen, welche bereits nach kurzem Schlachtplan starten.

Seien Sie gewiss, dass ein ausführliches Vorwegnehmen von Optionen und Planungsschritten Ihnen Ihre Umsetzung erleichtern wird. Womöglich entdecken Sie dabei spielerische Abkürzungen, staufreie Nebenstrecken oder versteckte Schleichwege, die Tempo ermöglichen, wo Sie sonst langwierig mit dem Ausbessern von stümperhaften Schnellschüssen beschäftigt wären.

Ganz schön simpel: Aus 7 mach 4!

Ursprünglich habe ich Ihnen sieben Tipps zum eilfertigen Aufbruch angekündigt, doch nur diese vier brauchen Sie sich merken, denn diese vier sind essentiell:

4 VISION: Das Ziel vorwegnehmen
5 KLARHEIT: Das Machbare anpeilen
6 PLANUNG: Den Weg zurücklegen
7 GO: Den allerersten Schritt tun

Jetzt brauchen Sie nur noch Ihre Sieben-Meilen-Stiefel schnüren – und Ihr nächstes Ziel beherzt angehen! Wundern Sie sich nicht, wenn Sie es schneller erreichen als geahnt!

Ihre Silke Nuthmann

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Silke Nuthmann

Ich bin als systemischer Coach und Texterin unterwegs in Sachen Potenzialentwicklung. Mein Business in Kurzfassung: Impulse bieten, wie du stressfrei und gelöst deine Ziele verwirklichst. Dabei schlägt mein Herz für Introvertierte, damit deine Ideen immer genug Gehör bzw. Kunden finden.
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Über Silke Nuthmann

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