Einfacher überzeugen

FREE YOUR MARKETING! Offener Brief einer freiberuflichen Texterin

Immer schön an die Leser denken! Das ist so eine Marketingweisheit, die ich mit Löffeln gefressen habe. Aber heute bin ich mal angefressen. Denn all diese hippen Vorgaben machen mich ganz irre. Und verleiten mich zu Sätzen oder Überschriften, die voll gestelzt daherkommen. Und gar nicht mehr meine sind.

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… und wie sie nicht alle aus meiner Feder geflossen sind. Gäääähhhhnnnn … Will das wirklich noch jemand lesen? Ich hab den Kaffee auf. Ich trete ab heute in den Boykott.

Keine dämlichen (!) Marketing-Texte mehr von mir!

Hui, dieser Brief wimmelt bislang von mir und mich und mein. Wo bleibt denn da die Leserperspektive? Von Direktansprache ganz zu schweigen! Du musst hier nicht denken, dass ich dich vergessen hätte. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass du das lieber liest als all meine klugen ›Ich weiß, wie´s geht‹-Tipptexte. Denn so viel klüger als du bin ich gar nicht.

Marketing finde ich immer noch verdammt schwierig. Manchmal klappt es wie am Schnürchen, dann wieder will gar nichts flutschen. Eins ist klar. Ich verfalle immer dann in diese gestelzte Sprache, wenn ich alles richtigmachen will. Wenn der nächste Launch grandios klappen soll.

Denn dann will dir was Tolles bieten und ganz besonders kompetent daherkommen. Dann will ich die Regeln einhalten und echt vorbildlich texten. Ja, die ist professionell, da wärst du gut aufgehoben. Genau das sollst du denken. Doch klammheimlich befürchte ich, dass ich dich mit den Texten der (alt)klugen Marketing-Schule eher verschrecke.

Lass mich mal lesen, sagte ein Freund kürzlich. Und las nur einen kurzen Kommentar von mir auf Instagram. Okay, sagte er, ich will dein Buch doch nicht lesen. Hui, das hat gesessen! Und zugleich: Wie heilsam!

Ich mag sie oft selbst nicht mehr lesen, all diese Sätze nach dem Motto: Nutzen nach vorn! Hinterher, wenn ich wieder zu mir zurückgefunden habe und einfach schreibe, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Wenn mich eine neue Idee so begeistert, dass ich sie einfach teilen muss. Dann schreibe ich nicht in diesem Marketing-Sprech.

Dann erzähle ich dir von mir. Oder frage, wer mitmachen will. Dann spürst du meine Begeisterung. Wenn ein Thema mich packt, sprüh ich über. Immer dann kommt Resonanz.  Reproduzieren kann ich das bislang noch nicht wirklich zuverlässig. Echtes Feuer strahlt aus. Mehr als die reproduzierten Kaminfeuer, die ich hinterher entfachen will.

Ob ich heute einen guten Eindruck bei dir hinterlasse? Keine Ahnung. Aber einen Blogartikel ist es mir wert. Es muss einfach raus. Weg mit dem ganzen Marketing-Gedöns, das mich lehrt, wie verkaufsstarke Texte sein müssten.

Und wer weiß? Vielleicht gibt da draußen noch jemanden, der genauso angefressen ist wie ich – und keinen Bock mehr hat auf all die hehren Versprechen samt „Greif zu!“, „Sichere dir noch heute!“ oder „30 Kunden in 30 Tagen!“.

Vielleicht dich?

Deine Silke


Dieser Text floss Ende Januar aufs Papier. In einem hehren Versuch, mich im Texten für andere Blogs und Marketing-Aufträge, meinem ersten Buch und Ansprüchen an meinen eigenen Stil nicht zu verlieren. Ich legte kurz danach die Arbeit an meinem Blog vorübergehend nieder. Zu groß schien mir der Aufwand verglichen zu dem, was es mir einbrachte.

Auf der Suche nach coolen Vorbildern durchforste ich seit jeher das Internet oder melde mich bei dem ein oder anderen Newsletter oder Freebie an. Viele Abos habe ich mittlerweile wieder storniert. Erschreckend gleichförmig und vorhersehbar wirkt doch die Abfolge von Lock- und Verkaufsmails, die stur einem Schema F folgen. Funktioniert das wirklich noch für irgendwen da draußen?

Ich biete systemisches Coaching und einen integralen Marketingansatz. Ich begleite Menschen, ihr Ding zu finden und in die Welt zu tragen. Insbesondere die, die keine Lust auf ein marktschreierisches „SCHAUT HER, ich bin so toll!“ haben, sondern die Bühne eher scheuen. Marketing soll dabei ein Mittel zum Zweck sein, aber nicht zum Selbstzweck werden.

Dazu gehört für mich essentiell eine Sprache, mit der wir uns wohlfühlen. Im persönlichen Kontakt mit Interessenten, aber eben auch in Social Media, unseren Blogs, Flyern oder Anzeigen.

Als mein Buch Ende August erschien, suchte ich wieder einmal nach guten Vorbildern, wie man ein Buch vermarkten kann – unabhängig von der tollen Leistung, die mein Verlag für mich übernimmt. Was ich fand, war mir zu unpersönlich (!), zu persönlich (!) oder zu verkäuferisch! Puh, so recht wurde ich nicht fündig …

Zu Hilfe kam mir mein inneres Kind und flüsterte mir zu: Wenn das Buch schon mal da ist, dann darf das Marketing auch Spaß machen, genau wie das Schreiben! Ich will ja nicht ewig und drei Tage weiter über Small Talk lehren, dazu steckt meine Expertise ja bereits im Buch.

Also probiere ich mich aus. Teste, was mir Freude macht … und was bei dir ankommt. Ich behaupte nicht, bereits zu wissen, was funktioniert. Welch eine Erleichterung! Ich erwarte nicht, dass mir andere folgen oder ähnlich vorgehen. Dürft ihr gern, müsst ihr aber nicht.

Ich wähle diesen Weg, weil er mich aus meinem Frust befreit und neu in Flow versetzt.

Weg vom „Me-too-Marketing“ oder gar „Bullshit-Marketing“, wie Frau Fuchsia das so schön nennt. [Übrigens unbedingte Leseempfehlung, ihr Pladoyer nach 14 Monaten Blogpause]

Hin zu einer Sichtbarkeit, die meine Expertise und verspielten Seiten zugleich berücksichtigt.

Mein Motto passt und bleibt: Folge deiner Spur!

Deine Silke

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Silke Nuthmann

Ich bin als systemischer Coach und Texterin unterwegs in Sachen Potenzialentwicklung. Mein Business in Kurzfassung: Impulse bieten, wie du stressfrei und gelöst deine Ziele verwirklichst. Dabei schlägt mein Herz für Introvertierte, damit deine Ideen immer genug Gehör bzw. Kunden finden.
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Über Silke Nuthmann

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