Sichtbarkeit für Introvertierte

Wie du Überstimulation als Intro vermeiden kannst

Mit Gratis-Download │Als Introvertierte verarbeiten wir sensorische Reize anders als Extrovertierte. Daher ist es im hektischen Berufsleben schnell passiert, dass wir uns überreizt fühlen und nur noch unsere Ruhe wollen. Jetzt abtauchen und unsere Batterien auftanken, aber wie?

Hier stelle ich dir ein Notfall-KIT zusammen, mit dem du dich gegen Reizüberflutung schützen kannst und leichter in deine Mitte zurückfindest.

Akzeptiere deine Grenzen

»Stell dich nicht so an!« oder »Ich weiß gar nicht, was du hast.« sind sicherlich Sätze, die jede/r Introvertierte schon irgendwann in seinem Leben gehört hat.

Doch du nimmst viel mehr Nuancen und Zwischentöne wahr als deine extrovertierten Kollegen (Natalie Schnack erläutert hier ganz wunderbar, was Introversion eigentlich ausmacht).

  • Dabei erkennst du feinste nonverbale Botschaften sowie Betonungen in der Stimme deiner Kunden, Freunde und Kooperationspartner und verarbeitest Reize auch intensiver.
  • Daneben können Umweltgeräusche wie Handyklingeln, Straßenlärm oder die Hektik und Betriebsamkeit eines (Großraum-)Büros mitunter arg an den Nerven zerren und zu gewissen Zeiten nicht mehr herausgefiltert werden.

Das geht eine Weile gut, ist stark von deiner Tagesform oder allgemeinen Belastbarkeit abhängig, doch irgendwann kippt es – und dann reicht eine kleinste Dosis mehr an Input, um dich zu überreizen.

Wenn dir jetzt noch ein weniger sensibles Wesen vorwirft, du seist überempfindlich, dann trifft er den Punkt eigentlich genau auf den Kopf. Du stellst dich nicht an, du bist tatsächlich überstimuliert!

Gönn dir Zeit, Eindrücke in Ruhe zu verarbeiten

Unsere Arbeitswelt ist auf Extrovertierte eingestellt. Das Tempo wächst und die Interaktionen werden kurzlebiger, schneller und erfordern ein flexibles Umschalten von einem zum anderen Gesprächspartner.

Stress pur für Intros, die gern in Ruhe Dinge überdenken, bevor sie ihre fachkundige Meinung äußern – und denen Tiefe und Substanz in Begegnungen wichtig ist.

Dennoch meistern wir Intros durchaus berufliche Höchstleistungen und sind gerade aufgrund unserer sensiblen Wahrnehmung aufmerksame Gesprächspartner. Fakt ist, all dieses Agieren im außen strengt uns stärker an und erfordert ein gehöriges Maß an Konzentration.

Nach Aktivität erlaube dir den Rückzug

Einen der größten Gefallen, den du dir selbst tun kannst, ist daher deine Grenzen zu akzeptieren und dir kleine Fluchten oder auch größere Auszeiten zu ermöglichen, um wieder zur Ruhe zu kommen und deine Batterien aufzutanken.

Kraft schöpfen wir Intros dabei am besten in Eigenzeit, ganz mit uns selbst oder im Kontakt mit einer/m engen Vertrauten.

Viele Introvertierte suchen sich berufliche Nischen, in denen sie ganz nach ihrer Fasson arbeiten können.

  • Das kann ein Job als Buchhalter/in oder Controller/in sein, in der du dich für längere Zeit mit deinen Zahlen und Fakten verkrümeln kannst, für die eher sachorientierten Intros.
  • Oder du bist eher beziehungsorientiert veranlagt und viel im empathischen Kontakt mit anderen, etwa als Berater oder Coach. Dann stärkt dich der enge Kontakt, aber auch hier brauchst du genug Kraftreserven, um für andere gut und hilfreich zu bleiben.
  • Womöglich hast du dich selbstständig gemacht und verbringst viel eigens strukturierte Zeit im Homeoffice, so dass du steuern kannst, wann du dich voll auf die Umsetzung deiner Arbeiten konzentrierst bzw. wann du Kontakte bewusst einplanen kannst. Damit gewinnst du aktiv Einfluss auf deine Arbeitsumgebung.

Wie du Überstimulation vermeidest

Manchmal steckst du mitten drin in Tagen voller Meetings oder einem Termin-Marathon, teilst mit anderen ein Büro, hast eine Baustelle direkt vor deiner Tür oder der Abgabetermin vom nächsten Auftrag drängelt.

Dann brauchst du eine Strategie gegen zu viel Action im außen. Hier meine besten Tipps bei Überreizung:

Dein Empfinden zählt!

Raus ins feindliche Revier – und dann wieder ungestört zu Hause rumfleezen? Plan beides fest ein und sorg dafür, dass du nach Zeiten mit viel Klimbim im Anschluss dein Schneckenhaus aufsuchen kannst. Das hast du dir dann verdient!

Ruheinseln schaffen

Wir Intros arbeiten gern vertieft und konzentriert an einem Stück. Wenn es dir gelingt, störungsfreie Arbeitszeiten oder Orte zu schaffen, dann kann die Arbeit selbst dich zentrieren und erden. Prüfe dazu, ob du dich hin und wieder in einen ruhigen Raum zurückziehen kannst bzw. welche Zeiten für welche deiner Arbeiten ideal sind. Texten mache ich beispielsweise mit Vorliebe spät abends, dabei vergesse ich die Zeit um mich herum und versinke ganz im Tun!

Timing überprüfen!

Guck in stressigen Zeiten, was du auf später verschieben kannst, um JETZT Zeit zum Luft schnappen zu finden. Denn je mehr du über deine Kapazitäten gehst, umso länger brauchst du im Anschluss Zeit zur Regeneration. Deshalb ist es sinnvoll, dir kontinuierlich Raum für dich zu gönnen, um einen starken Durchhänger oder gar psychosomatische Symptome zu vermeiden. Denk dran: Auch kurze Pausen haben einen enormen Erholungswert.

Unverplante Zeit!

Für mich ist unverplante Zeit eine der wichtigsten Schätze geworden. Nach Tagen im Training oder mit vielen Terminen liebe ich Spaziergänge quer durch die Stadt oder einen faulen Abend im Hotel bzw. zu Hause. Wenn mir nach mehr Action ist, gern. Aber fest zusagen möchte ich das vorher nicht.

Wege in die Stille

Auch der bewusste Zugang zu Meditation oder Achtsamkeit kann dir helfen, dich zu beruhigen und wieder ausgeglichen und belastbar zu sein.

Kenne deine Erholungs-Garanten!

Hier möchte ich dir den „Manana-Test“ (PDF) von Maja Storch ans Herz legen, denn sie hat dazu geforscht, wie Menschen sich am besten erholen. In den Rubriken Geselligkeit, Rückzug, Wärme, Sport oder intellektueller Input kannst du mit ihrem Test herausfinden, was dich am schnellsten wieder durchatmen lässt. [Auf Wärme wäre ich von alleine etwa nie gekommen!]

Sammle deine persönlichen Kraftquellen

Unter der Überschrift »Meine Inspirationsquellen« habe ich 2012 ein Arbeitsblatt (PDF) zusammengestellt, in das du all die Orte, Menschen und Tätigkeiten eintragen kannst, die dich inspirieren. Je gestresster wir sind, desto leichter verlieren wir den Zugang zu dem, was uns gut tut. Also schreib dir auf, was zuvor schon gut geklappt hat, dann brauchst du in überreizten Zeiten nur noch deinen aktuellen Favoriten auswählen.

Dein Q-R-S gegen Stress

Überstimulation ist eine Form von Stress, deshalb an dieser Stelle noch ein Gratis-Download (PDF) von mir, das dir Wege aus den eigenen Ansprüchen offenbart.

Was hilft dir, um wieder ganz bei dir anzukommen?

So, ich hoffe, da ist schon etwas für dich dabei. Experimentiere ruhig ein wenig, bis du genau deinen Weg gefunden hast. Denn je ausgeglichener wir sind, umso leichter interagieren wir mit unserem Umfeld und erzielen gelassener gute Ergebnisse.

Schreib mir gern in den Kommentaren von deinen Favoriten im Umgang mit Überstimulation.

Herzlichst
Deine Silke

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Silke Nuthmann

Ich bin als systemischer Coach und Texterin unterwegs in Sachen Potenzialentwicklung. Mein Business in Kurzfassung: Impulse bieten, wie du stressfrei und gelöst deine Ziele verwirklichst. Dabei schlägt mein Herz für Introvertierte, damit deine Ideen immer genug Gehör bzw. Kunden finden.
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Über Silke Nuthmann

Ich bin als systemischer Coach und Texterin unterwegs in Sachen Potenzialentwicklung. Mein Business in Kurzfassung: Impulse bieten, wie du stressfrei und gelöst deine Ziele verwirklichst. Dabei schlägt mein Herz für Introvertierte, damit deine Ideen immer genug Gehör bzw. Kunden finden.
Veröffentlicht am | 4 Kommentare

4 Antworten auf Wie du Überstimulation als Intro vermeiden kannst

  1. Christine Winter

    Meine Lieblings-„Methode“ ist atmen. Das kann jeder in jeder noch so stressigen Situation. Und manchmal machen schon drei tiefe bewusste Atemzüge einen riesigen Unterschied…

    Der erste und allerwichtigste Schritt ist jedoch, dass wir unsere Bedürfnisse akzeptieren und und uns danach richten – ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, ob wir uns gerade „anstellen“.

    Sei du selbst, lass die anderen anders sein.
    Deine
    Christine

    • Silke Nuthmann

      Liebe Christine,
      danke für deine Hinweise und Lieblings-Methode. Stimmt, über den Atem können wir uns wunderbar wieder zentrieren, wenn alles um uns rum nur wuselig ist. Den haben wir immer dabei und brauchen nur die Aufmerksamkeit umlenken. Schön, wenn es so einfach geht!
      Die Akzeptanz steht auch für mich ganz vorn. Ich habe so viel gewonnen, seit ich mir meiner Bedürfnisse klarer wurde und mich nicht mehr über mich selbst wundere. Mal brauche ich die Abgeschiedenheit meiner „Höhle“, dann wieder darf es ganz viel Austausch sein.
      Ein schönes Motto: „Sei du selbst, lass die anderen anders sein.“
      Danke dir!
      Silke

  2. Natalie Schnack

    Liebe Silke,

    Vielen Dank für die Verlinkungen zu meinem Artikel über Introversion und für die schönen Tipps, um Überstimmunlation zu vermeiden!

    Ich selbst erhole mich am besten, wenn ich spazieren gehe und vor mich hin sinnieren kann.

    Herzliche Grüße
    Natalie

    • Silke Nuthmann

      Liebe Natalie,
      deine Beschreibung zur Introversion ist einfach so klasse, da lohnt es nicht, es selbst beschreiben zu wollen.
      Spazieren gehen ist auch einer meiner persönlichen Favoriten. Die Kombi aus Bewegung, Sinnieren und äußeren Impulsen (durch Grün oder Schaufenster) hilft mir wunderbar, mein Inneres zu sortieren und ruhiger wieder bei mir anzukommen. In fremden Städten auch eine der schönsten Wege, Sightseeing zu betreiben.
      Herzliche Grüße
      Silke

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