Sichtbarkeit für Introvertierte

Such Resonanz – nicht Sichtbarkeit!

Kennst du diese besonderen Begegnungen, wenn einfach alles passt? Dein Gegenüber, die Stimmung, das Ambiente – und dieser besondere Funken, wenn ein Stichwort das nächste gibt und du denkst, so könntest du ewig weiter zuhören, reden, schweigen, schwelgen. Alles passt!

Resonanz erleben – mit und ohne Worte

Wir haben das sicher alle schon einmal erlebt: mit manchen Menschen mehr als einmal, mit anderen wieder in diesen fast magischen Momenten, wenn einfach alles ineinander greift und wir zutiefst Resonanz erleben.

  • Vielleicht ist es euer besonderes Thema: Dieser Strand in Bali, vegane Ernährung oder auch ein Fachthema wie integrales Coaching oder was auch immer dich gerade bewegt.
  • Manchmal sind es geteilte Erfahrungen wie hoch motiviert im ersten Training zum (Halb-)Marathon oder arg herausgefordert mit der Technik deines Blogs oder beim Aufbau deines (Online-)Business.
  • Oder es sind ähnliche Emotionen, die ihr erlebt wie frisch verliebt, hellauf begeistert oder umgekehrt betroffen nach dem Verlust eines geliebten Menschen.

Das Resultat ist meist ähnlich erfüllend. Wir fühlen uns gesehen, wertgeschätzt und sind oftmals zutiefst dankbar, uns im anderen wiederzuerkennen: Ja, so ging es mir auch! Oder: Ach, das habe ich auch gedacht und fast niemanden zu erzählen gewagt…

Es tut einfach gut zu erfahren, dass wir mit unseren Erfahrungen, Nöten und Reaktionen nicht alleine dastehen. Je mehr sich der eine öffnet, desto leichter kann der andere mitgehen, sich zeigen, verstanden fühlen. Beide erleben eine sich vertiefende Spirale an Resonanz und Sinnerleben.

Für Außenstehende wirken derart vertiefte Gesprächspartner oft wie in einer eigenen Blase. Beide sind voll aufeinander konzentriert, reagieren auf kleinste Nuancen im Ausdruck des Gegenübers und können dabei den Trubel einer Messe, Party oder auch Bürogemeinschaft locker ausblenden.

Ach, ich möchte mehr solcher Gespräche führen! Wir Introvertierten lieben ja Intensität und Tiefe – und so wundert mich nicht, dass ich selbst in meiner „wilden“ Studizeit oft spätnachts von den Freunden meines Freundes um ein offenes Ohr gebeten wurde.

Meist war es Liebeskummer, der sich Bahn brach, aber ich mochte diese Gespräche irgendwo abseits, denn sie geben mir mehr als hohle Angeberei über die x-te Eroberung oder die Anzahl der geköpften Biere.

Was hat das jetzt mit deinem Marketing zu tun?

Wahrscheinlich ist nicht nur mir aufgefallen, dass sich das Schlagwort SICHTBARKEIT großer Beliebtheit erfreut. Ich bin in bestimmt drei oder vier Gruppen in Facebook, die Sichtbarkeit im Titel tragen. Die aktuell laufende 21-Tage Sichtbarkeits-Challenge von Christina Emmer soll sogar über 1000 Teilnehmende angelockt haben.

An dem Thema ist also etwas dran, was sich viele von uns wünschen! Klar: »Mehr Sichtbarkeit, mehr Kunden!« so lautet wohl die Hoffnung dahinter.

Dein inneres Bild

Ich habe jedoch einmal mein inneres Bild überprüft, das ich mit „Sichtbarkeit“ verbinde – und habe festgestellt, dass es nicht mein primäres Ziel im Marketing sein kann!

Denn ich assoziiere damit noch immer eine Bühne, als wäre es so wichtig, dass mich auch ja alle sehen! Grrr… Ich will ja kein Alleinunterhalter sein!

Drum frage ich dich…

  • Wie ist dein inneres Bild beim Thema Sichtbarkeit?
  • Ist das für dich attraktiv?
  • Gibt es Alternativen, die noch reizvoller für dich wären?

Das wahre Ziel im Marketing

Mir geht es im Marketing um RESONANZ! Wenn mich eine Interessentin oder eine ehemalige Kundin anspricht und ich denke, „Ja, das Thema kenne ich so gut“!

Dann weiß ich, dass ich…

  • hilfreich sein kann!
  • nicht alles umständlich erklären muss!
  • konfrontieren darf ohne zu verschrecken!

Dann bin ich sicher, dass ich Übungen anleiten kann, die Neues hervorlocken, statt dass wir im Reden festhängen! Denn dann ist uns beiden das Ziel klar:

Weil es um persönliches Wachstum geht und darum, die nächste Hürde zu nehmen!

Wenn es also mein Marketing schafft, meine Haltung und Herangehensweise so zu transportieren, dass genau die Selbstständigen damit in Resonanz gehen, die ähnlich unterwegs sind wie ich, dann geht uns die Arbeit später leicht von der Hand.

Das bedeutet jetzt nicht, dass wir nicht mitunter um jeden Fortschritt ringen oder Ergebnisse hinterfragen. Resonanz bedeutet selten, dass sich fast von selbst Geld scheffeln ließe.

Aber es sind keine Nebenschauplätze mehr notwendig, in denen ich erst meine Arbeitsweise erläutern muss oder Mut fassen brauche, meine intuitiven Impulse zu berücksichtigen.

Wie transportieren bzw. initiieren wir Resonanz?

Am besten, wir sind einfach nur wir selbst! Vor kurzem saß ich bei einer längeren Vorstellungsrunde im Kreise von 15 engagierten Unternehmerinnen zusammen. Jede beeindruckte mich durch ihre so eigene, mitunter eigenwillige Art sich zu präsentieren und von ihren Wünschen und Herausforderungen zu berichten. Manche haben mich erst durch ihr Erzählen auf sich und ihre Leistungen neugierig gemacht.

Wie schwierig ist es doch, diesen Gesamteindruck von einer Person bereits über einen Flyer oder die eigene Website abzubilden! Und doch sind die meisten unserer Erstkontakte wohl eher medial unterstützt.

Drei Appelle für mehr Resonanz in deinem Unternehmens-Auftritt


1 – Wirf alles raus, womit du dich nicht wohl fühlst

Wir verändern uns manchmal schneller, als unsere Profile oder Website hinterher kommen. Prüf daher einmal deine verschiedenen Profile: Wirf Bilder, Texte, Angebote, Farben, Logo oder was auch immer nötig ist raus, solange du nicht voll dahinter stehst

2 – Sei radikal und experimentell im (Neu-)Entwurf deines Marketings

Übertritt ruhig Grenzen, indem zu dir zu spielen erlaubst. Eine andere Art der Ansprache,  Du statt Sie oder deutlich provokativer? Erst indem wir Grenzen übertreten, erkennen wir sie! Probier dich aus und prüfe, ob du dich mit neuen Formaten oder einer anderen Schreibe wohler fühlst. Was diesem Test nicht standhält, werfe raus!

3 – Lass dich überraschen, wer JETZT mit dir in Resonanz geht

Wundere dich nicht, wenn einige alte Kunden abspringen, falls du tatsächlich stärker umschwenkst. Oder vielleicht melden sich erst einmal Neue, die dir noch gar nicht so ganz passend erscheinen. Nimm es als Übergangszeit, bis du und die Welt da draußen sich auf dich und dein authentisches Selbst einschwingen können!


Wie denkst du über Sichtbarkeit, Resonanz und Authentizität im Marketing?

Ich bin schon neugierig auf deinen Kommentar dazu. Suchst du bereits nach Resonanz in deinem Auftreten? Verrate mir doch, welche Erfahrungen du damit machst, dich ganz zu zeigen – und authentisch zu geben!

Übrigens: Ich erwarte nicht, dass jeder Kundenkontakt etwas so Magisches birgt wie im eingangs beschriebenen Beispiel. Das wäre wohl nicht so ganz alltagstauglich!

Dennoch hilft es mir, mich zu fragen, wie ich Resonanz bis in mein Marketing hinein tragen kann. Mir fällt etwa inzwischen schneller auf, wenn ich mich verliere:

Beim Texten für Facebook bin ich manchmal ganz ich – und dann wieder verfalle ich in einen Werbesprech-Jargon und mag mich selbst nicht leiden: Wenn der Call-to-Action arg plumb rüber kommt beispielsweise.

Dabei tut mir das Experimentieren gut, denn nur so werde ich mutiger und finde zu mir und meiner Sprache.

Folge deiner Spur!

Deine Silke

Folg mir:

Silke Nuthmann

Ich bin als systemischer Coach und Texterin unterwegs in Sachen Potenzialentwicklung. Mein Business in Kurzfassung: Impulse bieten, wie du stressfrei und gelöst deine Ziele verwirklichst. Dabei schlägt mein Herz für Introvertierte, damit deine Ideen immer genug Gehör bzw. Kunden finden.
Folg mir:

Letzte Artikel von Silke Nuthmann (Alle anzeigen)

, , , , , ,

Über Silke Nuthmann

Ich bin als systemischer Coach und Texterin unterwegs in Sachen Potenzialentwicklung. Mein Business in Kurzfassung: Impulse bieten, wie du stressfrei und gelöst deine Ziele verwirklichst. Dabei schlägt mein Herz für Introvertierte, damit deine Ideen immer genug Gehör bzw. Kunden finden.
Veröffentlicht am | 8 Kommentare

8 Antworten auf Such Resonanz – nicht Sichtbarkeit!

  1. Ulrike Zecher Emotionsberatung

    Liebe Silke,
    bei diesem Beitrag gehe ich sofort in Resonanz mit dir. Wunderbarer Beitag zu einer tieferen Betrachtungsweise von Sichtbarkeit.

    Liebe Grüße nach Münster,

    Ulrike

    • Silke Nuthmann

      Liebe Ulrike,
      danke für dein Feedback. Der Clou liegt ja oft in der Tiefe versteckt – freu mich sehr, wenn du in diesem Punkt mit mir in Resonanz gehst. Immerhin bist du die Frau, die sich vorgenommen hat, Menschen mit Gefühl sichtbar zu machen!
      Dein Foto auf deiner Startseite ist übrigens der Hammer, toll!
      Liebe Grüße zurück nach Düsseldorf
      Silke

  2. Silvia Chytil

    Liebe Silke,
    Toller Artikel, du sprichst mir aus der Seele. Ich tu mir mit dem Begriff Sichtbarkeit auch sehr schwer. Bin ehrlich gesagt, noch nie auf die Idee gekommen, einfach ein anderes Wort zu gebrauchen. Eines das für mich stimmiger ist. Resonanz find ich schon sehr passend. 🙂

    Liebe Grüße
    Silvia

    • Silke Nuthmann

      Liebe Silvia,
      danke für deinen Kommentar. Ich kenne die Macht der inneren Bilder oder passenden Worte aus der Arbeit mit Mottozielen nach Maja Storch. Und ich habe so oft erlebt, dass mit der richtigen Formulierung Ziele endlich Schwung aufnehmen. Ein ganz persönliches Beispiel habe ich hier beschrieben: http://wegimpulse.de/standort/worten-nachspueren/
      Wie schön zu wissen, dass dich Resonanz nun besser zu inspirieren vermag!
      Liebe Grüße
      Silke

  3. Cordula Kendrick, Heilpraxis für Frauen

    Liebe Silke,
    Auch ich fühle mich sehr angesprochen. Vielen Dank für deinen Artikel.
    Für meine Website suche ich noch eine erfrischende Alternative zu Herzlich Willkommen oder Liebe Leserin :-). Bei der Frage Du oder Sie hänge ich noch sehr im Zwiespalt.
    Schön, dass ich dich hier gefunden habe

    Liebe Grüße von der Ostsee
    von Cordula

    • Silke Nuthmann

      Liebe Cordula,
      wie schön, dass du dich angesprochen fühlst.
      Die Frage zum Duzen oder Siezen braucht manchmal etwas Reifezeit. So habe ich das erlebt. Und es kommt sehr auf deine Zielgruppe an: Welche Ansprache ist sie gewöhnt? Wie redest du mit deinen Kundinnen?
      Mein Tipp zum „Herzlich Willkommen“ wäre, es einfach wegzulassen! Such dir doch lieber eine Überschrift, die dein Versprechen direkt auf den Punkt bringt und/oder Lust macht, mehr zu lesen.
      Wo an der Ostsee sitzt du denn? Ich komme gerade aus einer Woche in Ahrenshoop – und vermisse schon das Meer 😉
      Liebe Grüße
      Silke

  4. Bianka Maria Seidl

    Liebe Silke,

    dem kann ich nichts mehr hinzufügen. Wunderbar ge- und beschrieben und auf den Punkt gebracht.

    Für mich, als CHITEKTIN, ist alles Energie, Schwingung und Frequenz – seit mehr als 2 Jahrzehnten gilt mein Wirken der Harmonisierung und Vitalisierung des menschlichen Vitalfeldes über den Raum. Daher ist mir der Begriff Resonanz und der Umgang damit sehr vertraut und ich stimme dir in deinen
    Beschreibungen voll und ganz zu – es ist wichtiger mit den Menschen, mit denen wir kooperieren wollen in Resonanz zu gehen, doch das geht nur, wenn ich die ggf. nötigen Veränderungen in meiner Innenwelt vornehmen.
    Herzlichst,
    Bianka

    • Silke Nuthmann

      Liebe Bianka,
      danke dafür!
      Das Wort CHItektin habe ich noch nie gehört, aber ich weiß sofort, was du meinst. Wenn sich bei mir innerlich was bewegt, fange ich immer an, Möbel zu rücken, auszumisten, zu lüften oder zu räuchern, um in meinem Umfeld dem Neuen einen (Resonanz-)Boden zu bereiten ;o) Und mein Credo für Wachstum für uns Selbstständige lautet ja auch, dass das, was von innen getragen ist, nach außen ausstrahlt. Danke sehr für deine zusätzliche Perspektive auf das Thema.
      Herzlichst
      Silke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.