Wie du über dich hinauswächst

Wie du über dich hinauswächst

Wenn du Veränderung suchst, wirst du zum Grenzgänger. Deine alte Welt wankt, die neue trägt noch nicht! Unsicherheit, offene Fragen, irritierte Blicke und ungewohnte Reaktionen säumen deinen Weg. Manche wollen dich zurück in die alte Spur lotsen. Leise zieht (oder zerrt) deine Sehnsucht in die Gegenrichtung.

Der Ruf: Start im Unerfreulichen

Auslöser für Wandel kommen erhofft, unerwartet oder schleichend daher. Wenn dir dein Alltag zu viel Routine beschert, dann ist dir Frust zwar lästig, aber er fungiert als ein hilfreicher Wächter. Was fehlt gerade, um dich quicklebendig und motiviert zu fühlen? Forsche tiefer als nur bis zum nächsten verlockenden Wochenende …

  • Was in dir ruft nach mehr Verwirklichung, Raum und Würdigung?

Unsere Motivation ist dann am größten, wenn sie mit unserer Sehnsucht im Einklang ist. Pushen wir uns in eine falsche Richtung, findet das Leben oft kreative Wege, uns auszubremsen: Unwohlsein, Krankheit oder Unfälle sind die massiveren Boten, aber auch Unlust, Müdigkeit oder sprunghaftes Agieren lohnen einen zweiten Blick.

Um deiner Sehnsucht auf die Spur zu kommen, braucht es oft einen Schritt zurück aus dem Trubel von Machen und Müssen, um den leiseren Tönen deiner Sehnsucht zu lauschen. Gern bleiben wir in Ablenkung, Verdrängung oder Abwarten hängen oder wissen einfach noch nicht, wohin wir unsere Energie lenken wollen. Zeit, deine Richtung neu auszuloten:

  • Bist du auf der richtigen Spur? Oder folgst du einer falschen Fährte?

Manchmal lässt sich das Neue noch gar nicht erahnen. Zu eng bleibt die innere Suche noch am Gewohnten hängen. Freiheit, Abenteuer, Erfolg, positiv herausgefordert sein? … Wie soll das glücken? Spüren wir die Sehnsucht dahinter, geben wir unserem inneren Navi eine erste Orientierung. Unsere Intuition kann sich nun auf den Weg machen, genau diesen Wert stärker zu verwirklichen. Vertrauen wir darauf, dass sie dabei weit über die bisherigen Grenzen hinaus geht …

Doch zuvor passiert häufig das …

Katharsis: Mitten hineingeworfen

Bis eben schien alles gut. Plötzlich Sackgasse. Nix funktioniert mehr. Es wird eng. Du gerätst unter Druck. Kämpfst. Strampelst. Streitest. Es wird nur noch enger. Du zweifelst, ob der eingeschlagene Weg der richtige ist. Wenn wir Wandlung wagen, haut uns das Schicksal oft all unsere unerlösten Schattenthemen um die Ohren. Kindliche Wünsche, an die Hand genommen zu werden. Oder der trotzige Teenager, der alles alleine schaffen will. Du gegen den Rest der Welt.

Doch all die Dramen, die wir in diesen Momenten im außen anzetteln, machen es nur noch enger. Was auch immer nach Aufmerksamkeit ruft, es ist allein in dir. Die Dramen wollen gefühlt und besehen werden, um zu verabschieden, was dir nicht mehr dient. Um einer neuen Weite Raum zu geben.

Ruhe finden im Auge des Orkans: Scheue nicht die Enge. Enge kommt von Angst. Sie ist nur ein Gefühl, selten real. Sie ist ein Vorbote von Wandel. Steig aus dem Drama aus. Wende dich nach innen. Frag dich, was jetzt gewürdigt, betrauert oder losgelassen werden will. Ich weiß, es fühlt sich zum Verzweifeln an. Nach Steckenbleiben. Doch all das sind nur Gedanken.

Deine Gefühle sind häufig ewig alt. Das Kind in dir sucht Beistand. Schenk dir selbst dein volles Verständnis. Sei dir ein felsenfester Unterstützer. Oder such dir Menschen, die deine emotionale Achterbahn aushalten und beruhigen können.

Lass dir nix einreden. Der Sturm geht vorüber. Ganz sicher! Du bist auf einem guten Weg!

Sich lebendig zu fühlen und über sich hinauszuwachsen, heißt alle Gefühle zuzulassen. Puh! Nicht immer einfach, wenn du einige davon gar nicht haben willst. Erst gilt es deiner Wahrheit Raum zu geben. Deinen Motiven hinter den aufgewühlten Gefühlen nachzuspüren. Dich um dich selbst zu kümmern, statt anderen Vorwürfe zu machen oder ihre Fürsorge zu erwarten.

Danach kannst du deine (neue) innere Wahrheit nach außen tragen.

Wütend zu sein, habe ich mir beispielsweise nie erlaubt. Erschien mir destruktiv, verletzend und unangebracht. Vor kurzem kostete ich alle Schattierungen aus, von Wut und Trotz und Trauer. Ohne das Drama nach außen zu tragen (im Idealfall gelingt uns das). Wut ist eine lebendige treibende Kraft, sicherlich nicht mein liebstes Gefühl, aber nun ist die Wut nicht mehr tabuisiert. Ich kann wütend sein, wenn es ansteht. Und suche sicher weiter nach versöhnlichen Wegen, wenn möglich.

  • Welche Gefühle meidest du bislang?
  • Wie kannst du all deine Lebendigkeit willkommen heißen?

Integration: Die Veränderung annehmen

Manche Wachstumsschübe brauchen (vorübergehend) Schonraum … vor ungebetenen Ratschlägen oder harscher Kritik. Um inneren Fragezeichen nachzuspüren – und DEINER Weisheit Raum zu geben.

Die wahre Kraft für Veränderung kommt aus dir und einer Quelle, die größer ist als du. Rückzug. Einkehr. Schutzschilde hochfahren sind (für uns Introvertierte) dann besonders heilsam. Die besten Erkenntnisse werden oftmals in der Stille geboren. Allein mit dir. Weit weg vom Trubel der Welt. Empfänglich für das, was zu dir vordringen will. Das Aufblühen erfolgt dann schon ganz von selbst … in deinem Tempo.

Die wahre Kunst der Wandlung besteht darin, über die eigenen Limitierungen hinweg zu sehen … und sich vertrauensvoll auf ungeahnte Lösungen auszurichten. Denn das Neue liegt oft jenseits unserer bisherigen Erfahrungen. Gewohnte alltägliche Muster zu durchbrechen, kann dabei helfen.

Hier habe ich dir eine ganze Liste von Möglichkeiten zusammengestellt.

  • Was könntest du HEUTE anders machen als üblich?

Wenn du Engpässe erst gemeistert hast, kannst du aufatmen. Alte Fesseln beruhigt hinter dir lassen. Yippie! Das Spannende daran: Zuvor fühlt es sich ein bisschen wie „Sterben“ an: un-möglich, un-erhört (im Sinne von falsch) und un-bequem.

Das kann eine einzelne Entscheidung sein, um die du ringst, oder ein richtig großes Ding. Gesunde Grenzen setzen beispielsweise oder Mut beweisen, wo du bislang gekniffen hast. Dein bisheriges Glaubens- und Identitätssystem wird dabei ordentlich durchgeschüttelt.

Doch eng wird es für uns dann, wenn wir vor einem Quantensprung unserer Entwicklung stehen. Vergleichbar einer Raupe, die wohl unschwer ihr Leben als Schmetterling erahnen kann. Stell dich deiner Verpuppung und begrüße den Wandel, auch die Enge, das Hadern, die Fragezeichen. Und dann breite deine Flügel aus … und flieg!

Was wäre, wenn wir uns erlauben, so kapriziös, wild, schräg, verrückt, auffällig und einzigartig zu sein, wie wir sind?

Welch eine Bereicherung!