Sichtbarkeit für Introvertierte

Ein Marketing speziell für Introvertierte?! Ja, bitte!

Werben Introvertierte anders für Dienstleistungen oder Produkte? Ich glaube, sehr wohl! Besonders für uns Solo-Unternehmer ist das eigene Business eng mit der Persönlichkeit verquickt, doch als Intros stellen wir uns ungern vorn in die erste Reihe, um laut „Hier“ zu rufen! Was also tun?

Mit einem feinen Gespür für aufdringliche und übertriebene Marketing-Botschaften laufen wir Intros Gefahr, generell zu wenig für die Kundengewinnung zu tun und stattdessen auf überzeugende Qualität zu setzen. Sprich: Die Hoffnung zu hegen, entdeckt zu werden!

Sichtbarkeit hat viele Facetten

Qualität ist zwar das A und O von gelingender Kundenbindung, doch um erstmals beauftragt zu werden, müssen „Kunden in spe“ zunächst von dir Wind bekommen und danach genug Vertrauen in dich setzen, um den Schritt zum Geld ausgeben zu wagen!

Marketing-Tools gibt es wie Sand am Meer

  • online oder offline
  • Mund-zu-Mund-Prodaganda oder per Flyer & Co
  • per Podcast, Video, Webinar, E-Mail oder E-Book
  • persönlich eins zu eins oder an viele wie bei Social Media oder Vorträgen

Die Auswahl kann erschlagen, viel Zeit, Nerven und Kosten verursachen – und dabei mehr oder weniger gut deine Zielgruppe treffen.

Typischerweise betrachten wir die gewünschte Kundenzielgruppe als die zentrale Richtschnur. Richtig so! Im Intro-Marketing möchte ich dir dennoch eine andere Vorgehensweise empfehlen.

Nimm dich in den Fokus! 

Du hast so viel zu bieten! Nur darf dieser Schatz nicht ganz so schwer zu bergen sein wie in den Abenteuerfilmen, die wir im Kino lieben! 

Mach es den Leuten leicht, dich zu finden

…und zu beauftragen! Denn du willst ja sicher nicht, dass nur die Unerschrockensten sich bis zu dir vorwagen! Das Problem ist, dass sich Introvertierte oft der Hürden, die sie zwischen sich und den Kunden platzieren, wenig bewusst sind.

Parallel unterschätzen sie leicht ihr Rückzugsbedürfnis und bleiben dann insgesamt zu inaktiv. Plane deshalb deine Eigenheiten besser bewusst ein!

Intros stellen sich ungern in den Mittelpunkt

Wie viel du Fremden von dich persönlich anvertrauen magst, kann von Intro zu Intro sehr unterschiedlich ausfallen, generell eher weniger denn mehr. Das kann für andere schnell mal unpersönlich oder gar distanziert wirken.

Stark im Zweierkontakt oder in kleinen Gruppen strengen große Networking-Events eher an und werden von Intros gerne ganz gemieden.

Auch neigen Intros dazu, eigene Gedanken erst spät in Diskussionen einzubringen. Wenn dann die zentralen Punkte schon benannt wurden, schweigen sie lieber als Offensichtliches erneut zu wiederholen.

Dabei ist Schweigen oder Reden bei Introvertierten überhaupt kein Zeichen von Desinteresse, ganz im Gegenteil! Sie hören gern länger zu und denken über ihre Beiträge intensiver nach als die spontanen »Sprech-Denker«.

Erkennst du dich wieder?

Was bedeutet das für dein Marketing? Eine Menge!

Indem sich Introvertierte lieber denkend als sprechend erleben, bekommt ihre Umwelt von ihrem reichen Innenleben womöglich wenig mit. Auch zählen für sie ihre Taten im Business mehr, als diese auch publik zu machen. Die alte PR-Formel „Tue Gutes und rede darüber“ wird eher als angeberisch abgelehnt.

Wie aber sollen neue Kunden auf dich aufmerksam werden, wenn du so stark zum Geheimtipp mutierst, dass kaum einer von deiner Expertise weiß?

Intro-Bedürfnisse im Marketing

  • fachlich überzeugen – statt Schaumschlägerei
  • persönlich eher bescheiden – statt Rampensau-Allüren
  • bedacht vorgehen – statt „Hoppla-hier-komm-ich“-Mentalität
  • feine Beobachtungsgabe – statt Selbstdarstellertum
  • anderen Raum geben – statt Bühnenstar bzw. Diva-Arroganz 
  • PLUS: großes Rückzugsbedürfnis (und zwar regelmäßig!!!)

Wir Intros tun gut daran, uns einen eigenen Weg im Marketing zu erlauben. Denn fast 50 Prozent der üblichen Tipps und Tricks zielen an den Bedürfnissen und Kompetenzen von Introvertierten schlichtweg vorbei.

Nehmen wir ein Beispiel: »Alle Welt« schwört auf Referenzen!

Doch schon hier greifen für Introvertierte ganz eigene Grenzen… Wie viel man von sich und seiner Arbeit zeigen möchte, das kann einen sehr empfindsamen Punkt treffen.

Ich selbst muss mich immer noch überwinden, um ausgewählte Kooperationen und Kundenstimmen zu veröffentlichen.

Könnten das auch deine inneren Bedenken sein?

  • Was ist mir zu persönlich (etwa Aufträge / Kunden zu veröffentlichen)?
  • Womit gebe ich in meinen Augen schon an?
  • Womit verletze ich aus meiner Sicht bereits die Privatsphäre meiner Kunden?

Es gilt Spürsinn zu entwickeln, was zu dir passt und parallel genug Expertise beweist. Suche und entdecke Wege, bei denen du auf längere Sicht am Ball bleiben und im Idealfall noch Spaß haben kannst. Denn Einzelaktionen bringen in unserer schnelllebigen Zeit wenig.

Welche Marketing-Aktionen machen dir Freude?

Werte einmal deine bisherige Marketing-Geschichte aus:

  • Welche Highlights hast du zu verzeichnen? Lassen sich die Ergebnisse wiederholen?
  • Welche Tools & Instrumente passen nicht (mehr) zu dir? Verabschiede dich ruhig davon!
  • Wie kannst du dich dauerhaft zum eigenen Marketing motivieren? Welche Rahmenbedingen brauchst du dazu?
  • Welche deiner Vorlieben oder Abneigungen erkennst du als typisch introvertiert?

Hast du deine stimmige Form im Marketing schon entdecken können? Ich freue mich auf deinen Kommentar, gern auch an mich privat!

Deine Silke

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Silke Nuthmann

Ich bin als systemischer Coach und Texterin unterwegs in Sachen Potenzialentwicklung. Mein Business in Kurzfassung: Impulse bieten, wie du stressfrei und gelöst deine Ziele verwirklichst. Dabei schlägt mein Herz für Introvertierte, damit deine Ideen immer genug Gehör bzw. Kunden finden.
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Über Silke Nuthmann

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